Landesregierung erhöht die Grunderwerbsteuer in Brandenburg

Jeder, der innerhalb Deutschlands eine Immobilie erwirbt und somit einen Kaufvertrag über Wohnungen, Häuser oder Grundstücke abschließt, wird zum Zahlen einer Grunderwerbsteuer verpflichtet. Die Festlegung der Steuersatzhöhe obliegt den jeweiligen Bundesländern in Eigenregie. Mit den eingenommenen Geldern lässt sich innerhalb des verantwortlichen Bundeslandes eine Menge bewegen. Der mittlerweile sukzessive Rückgang von Bundes- und EU-Mitteln reißt jedoch Löcher in den Landeshaushalt und viele Bundesländer sehen in der Anhebung des Steuersatzes eine stetig sprudelnde Finanzquelle mit Ausgleichspotential. Ab dem 01.07.2015 wurde nun auch die Grunderwerbsteuer in Brandenburg erhöht. Ein Umstand, der zu einigen Verunsicherungen bei Immobilienkäufern sowie -verkäufern führte.

Welche Bedeutung hat die Erhöhung für Immobilienkäufer?

Es gibt derzeit nur noch 2 Bundesländer, die ihren Steuersatz über die Jahre bei 3,5 % belassen haben - Sachsen und Bayern. Bis vor kurzem gehörte auch noch Brandenburg dazu, doch seit dem 01.07.2015 hat sich das Blatt gewendet. Die Grunderwerbsteuer wurde um 1,5 Prozent auf nunmehr 6,5 Prozent erhöht und damit dem Niveau der vorangegangenen Länder angepasst. Laut Aussage des brandenburgischen Finanzministers wird durch die Erhöhung mit jährlichen Mehreinnahmen von ca. 25 Millionen Euro gerechnet, welche zum einen in den Landeshaushalt und zum anderen in den jeweiligen Haushalt der Gemeinden und Städte fließen sollen. Gut beraten waren die Bauherrn und Immobilienkäufer, die kurz vor dem Abschluss ihres Kaufes standen und noch vor dem Stichtag ihren Kauf beim zuständigen Notar unter Dach und Fach bringen konnten. Denn setzt das Finanzamt für seine Berechnungen den alten Steuersatz an. Für alle anderen bedeutet die Erhöhung der Grunderwerbssteuer einen zusätzlichen Kostenfaktor.

Zahlung der Grunderwerbssteuer

Zum jetzigen Zeitpunkt hat das Land Brandenburg neben Saarland, Schleswig-Holstein sowie Nordrhein-Westfalen den höchsten Steuersatz. Bereits im Jahr 2011 erfolgte eine Anhebung der Grunderwerbsteuer von damals 3,5 Prozent auf 5 Prozent. Die neueste Erhöhung schlägt sich drastisch auf die Kaufnebenkosten nieder und kommt einer Steigerung von 30 Prozent gleich. Völlig unberührt von der Grunderwerbssteuer bleiben nach wie vor Erbschaften, Schenkungen, der Immobilienverkauf innerhalb in gerader Linie direkter verwandter Personen. Grundsätzlich gilt beim Grunderwerb: Verkäufer und Käufer sind Steuerschuldner. Allerdings geht in dem vom Notar bestätigten Kaufvertrag die Zahlungspflicht fast immer auf den Käufer über. Sollte dieser allerdings der Zahlung der Grunderwerbssteuer nicht nachkommen, wendet sich das Finanzamt an den im Vertrag stehenden Verkäufer. Das Finanzamt kann die Höhe der Steuer allerdings erst berechnen, wenn der Notar die Informationen über den abgewickelten Immobilienkauf weitergeleitet hat. Haben Sie die Grunderwerbsteuer ordnungsgemäß beglichen, dann erteilt Ihnen das Finanzamt eine Unbedenklichkeitserklärung. Diese befähigt Sie als Käufer den Erwerb ins Grundbuch eintragen zu lassen. Erst jetzt gelten Sie als rechtmäßiger Besitzer der erworbenen Immobilie.